PRP – Platelet-Rich Plasma, also thrombozytenreiches Plasma – ist seit einigen Jahren eine der populärsten Zusatzbehandlungen bei Haarausfall. Was steckt hinter dem Verfahren, für wen ist es geeignet, und wie zuverlässig sind die Ergebnisse? Ein nüchterner Überblick.
Das Prinzip
Bei einer PRP-Behandlung wird dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen – ähnlich wie bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung. Diese Blutprobe wird in einer speziellen Zentrifuge geschleudert. Dabei trennen sich die Bestandteile auf: rote Blutkörperchen, Plasma und das thrombozytenreiche Plasma in der mittleren Schicht. Genau diese mittlere Schicht – das PRP – wird abgenommen und in die Kopfhaut injiziert.
Thrombozyten enthalten zahlreiche Wachstumsfaktoren, die normalerweise bei Wunden für die Heilung sorgen. Werden sie konzentriert in die Kopfhaut eingebracht, regen sie die dortigen Haarfollikel zu vermehrter Aktivität an. Schwache Follikel werden gestärkt, in der Telogen-Phase befindliche Haare in die Wachstumsphase überführt.
Für wen ist PRP geeignet?
PRP wirkt am besten bei Patienten mit beginnendem oder mittelgradigem Haarausfall, deren Follikel noch existieren, aber unteraktiv geworden sind. Klassische Indikationen sind:
- Beginnender androgenetischer Haarausfall bei Männern und Frauen
- Diffuse Haarausdünnung bei Frauen, etwa nach Schwangerschaft oder in den Wechseljahren
- Telogenes Effluvium nach Stressereignissen
- Als Begleitbehandlung zur Haartransplantation, um die Anwuchsrate zu verbessern
- Zur Stärkung des Spenderbereichs vor einer Transplantation
Bei vollständig kahlen Stellen, an denen die Follikel bereits abgestorben sind, wirkt PRP nicht mehr – hier ist eine Transplantation die einzige Option.
Wie läuft eine Sitzung ab?
Eine PRP-Behandlung dauert etwa 45 bis 60 Minuten. Zunächst wird eine kleine Blutmenge (15 bis 30 Milliliter) abgenommen und 10 bis 15 Minuten zentrifugiert. Während dieser Zeit wird die Kopfhaut bei Bedarf mit einer betäubenden Creme vorbehandelt. Anschließend wird das gewonnene PRP in einem Raster von vielen kleinen Injektionen in die betroffenen Bereiche der Kopfhaut eingebracht. Die Injektionen sind leicht spürbar, aber bei guter Vorbereitung gut auszuhalten.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Eine einzelne Sitzung zeigt selten den vollen Effekt. Die Standard-Empfehlung sind drei bis vier Sitzungen im Abstand von vier Wochen, gefolgt von Auffrischungs-Sitzungen alle sechs bis zwölf Monate. Erste Verbesserungen werden meist nach zwei bis drei Sitzungen sichtbar – das Haar wird dichter, kräftiger und der Haarausfall reduziert sich.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Hier ist Ehrlichkeit angebracht: PRP ist keine Wunderbehandlung. Die wissenschaftliche Studienlage ist heterogen – einige Studien zeigen deutliche Verbesserungen, andere bescheinigen nur geringe Effekte. Wichtige Faktoren sind die Konzentration der Thrombozyten im PRP, die Vorbereitungstechnik und vor allem das Patientenprofil.
Realistische Erwartungen: Bei guter Indikation berichten etwa 60 bis 80 Prozent der Patienten von einer spürbaren Verbesserung. Das bedeutet meist: dichtere Haare, weniger Haarausfall im Alltag, kräftigere Haarstruktur. Eine vollständige Wiederherstellung verlorener Haare ist mit PRP allein nicht möglich – dafür braucht es eine Transplantation.
Risiken und Nebenwirkungen
Da das injizierte Material aus körpereigenem Blut hergestellt wird, sind allergische Reaktionen praktisch ausgeschlossen. Mögliche Nebenwirkungen sind leichte Schwellungen oder Rötungen an den Einstichstellen, gelegentlich Kopfschmerzen am Behandlungstag. Bei seriöser Klinikführung mit sterilem Material sind ernsthafte Komplikationen extrem selten.
PRP in Kombination mit anderen Behandlungen
PRP wirkt am stärksten in Kombination. Bei einer Haartransplantation wird oft am Tag der OP eine PRP-Behandlung des Spender- und des Empfängerbereichs durchgeführt – das verbessert die Anwuchsrate der transplantierten Follikel. Auch in Kombination mit Minoxidil, Finasterid oder Dutasterid zeigt PRP synergistische Effekte. Die Klinik sollte einen klaren Behandlungsplan erstellen, der alle eingesetzten Verfahren aufeinander abstimmt.
Fazit
PRP ist eine wissenschaftlich fundierte, sichere und für viele Patienten wirksame Behandlung gegen Haarausfall. Sie ersetzt keine Transplantation, kann aber den Haarausfall verlangsamen, schwache Follikel stärken und die Ergebnisse einer OP verbessern. Wer realistische Erwartungen hat und bereit ist, mehrere Sitzungen über das Jahr zu verteilen, kann von PRP profitieren.
PRP-Behandlung – kostenlos zur Haartransplantation
Bei jeder Haartransplantation in unserer Klinik in Stuttgart ist eine PRP-Sitzung kostenlos enthalten. Das verbessert die Anwuchsrate und beschleunigt die Heilung.
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